Um es also nochmal klarzustellen: Ich bin nicht im StudiVZ. Man kann mich weder gruscheln noch in eine Gruppe mit lustigem Namen einladen.
Wenn man Carlo fragt, warum er nicht bei StudiVZ ist, antwortet er ganz lässig: “Habe auch so genug Sex.” Das sitzt meistens.
Und ein Studi, sagt Carlo, wolle er schon mal überhaupt nicht sein. Er sagt dann gern mit Quietschestimme: “Als Kind war ich Pfadi, jetzt Studi, im Moment noch Ersti, studiere PoWi und KoWi - ich bin 23, rede aber wie ein Dreijähriger!”
Treffender kann man es nun wirklich nicht mehr formulieren, denke ich. Auch mich kann man nicht gruscheln - und das ist gut so. Ich habe mich bewusst dafür entschieden, dagegen zu sein, dass ich da drin bin.
Zwar wurde ich noch nie so krass wie der Autor oben verlinkten Artikels behandelt, nur weil ich nicht im StudiVZ bin, nur bin ich in meinem Freundes- und Bekanntenkreis auch einer der wenigen, die sich da nicht seelisch und privat (und manchmal auch körperlich) entblößen. Und schief angeschaut wird man immer, wenn man sagt, dass man da nicht dabei ist, aber mal war. Dann kommt noch ein bemitleidendes “Warum denn das?” hinterher. Und manchmal merkt man dann auch, dass einem irgendetwas entgehen wird, was die Leute im StudiVZ, aber auch nur dort abwickeln werden: sei es die Organisation der nächsten Party, des nächsten Spieleabends, etc.
Irgendwie ist der Trend, für alles StudiVZ zu benutzen, schade - wäre es doch mit Chat-Räumen (das klassiche IRC, Jabber-Gruppenchats, ...), Instant-Messengern (ICQ, Jabber, ...) und Foren oft auch machbar - wie in der guten alten Zeit™ eben.
Naja, es ist leider wie mit so vielen Sachen, die sich breit durchsetzen: Sie sind nie zwingend das beste, was es in dem Bereich gibt. Man denke nur an Windows, ICQ, Internet Explorer, ...