Freitag, 19. Oktober 2007
Um es also nochmal klarzustellen: Ich bin nicht im StudiVZ. Man kann mich weder gruscheln noch in eine Gruppe mit lustigem Namen einladen.
Wenn man Carlo fragt, warum er nicht bei StudiVZ ist, antwortet er ganz lässig: “Habe auch so genug Sex.” Das sitzt meistens.
Und ein Studi, sagt Carlo, wolle er schon mal überhaupt nicht sein. Er sagt dann gern mit Quietschestimme: “Als Kind war ich Pfadi, jetzt Studi, im Moment noch Ersti, studiere PoWi und KoWi - ich bin 23, rede aber wie ein Dreijähriger!”
Treffender kann man es nun wirklich nicht mehr formulieren, denke ich. Auch mich kann man nicht gruscheln - und das ist gut so. Ich habe mich bewusst dafür entschieden, dagegen zu sein, dass ich da drin bin.
Zwar wurde ich noch nie so krass wie der Autor oben verlinkten Artikels behandelt, nur weil ich nicht im StudiVZ bin, nur bin ich in meinem Freundes- und Bekanntenkreis auch einer der wenigen, die sich da nicht seelisch und privat (und manchmal auch körperlich) entblößen. Und schief angeschaut wird man immer, wenn man sagt, dass man da nicht dabei ist, aber mal war. Dann kommt noch ein bemitleidendes “Warum denn das?” hinterher. Und manchmal merkt man dann auch, dass einem irgendetwas entgehen wird, was die Leute im StudiVZ, aber auch nur dort abwickeln werden: sei es die Organisation der nächsten Party, des nächsten Spieleabends, etc.
Irgendwie ist der Trend, für alles StudiVZ zu benutzen, schade - wäre es doch mit Chat-Räumen (das klassiche IRC, Jabber-Gruppenchats, ...), Instant-Messengern (ICQ, Jabber, ...) und Foren oft auch machbar - wie in der guten alten Zeit™ eben.
Naja, es ist leider wie mit so vielen Sachen, die sich breit durchsetzen: Sie sind nie zwingend das beste, was es in dem Bereich gibt. Man denke nur an Windows, ICQ, Internet Explorer, ...
Montag, 6. August 2007
Schon fast unglaublich, was man manchmal für Aushänge entdecken kann:
Sonntag, 5. August 2007
Tja, da melde ich mich zurück aus der Blog-Eiszeit hier, und ich hoffe, hier in Zukunft wieder mehr und häufiger berichten zu können. Das Thema dieses Beitrags ist auch gleichzeitig der Hauptgrund, der mich in den letzten Monaten von einem regelmäßigen Bloggen abgehalten hat: das SEP. SEP steht für Softwareentwicklungspraktikum und jeder Informatikstudent der TU durchläuft dieses irgendwann einmal. So auch ich im vierten Semester, das jetzt zumindest vorlesungs- und praktikums-, aber noch nicht prüfungsmäßig abgeschlossen ist.
Beim SEP setzen Studenten Softwareprojekte, die von den Instituten der Informatik vergeben werden, in Teams von mehreren Studenten um.
Ich habe hierbei mit Stephan, Henning und Oli ein “Ad-Hoc-Chatsystem für mobile Netze” beim IBR (Institut für Betriebssysteme und Rechnerverbund) umgesetzt. Parallel haben dies noch drei weitere Gruppen, ebenfalls bestehend aus jeweils vier Leuten, getan.
Die Wahl auf dieses Thema fiel bei uns aus zwei Gründen: Zum einen reizte uns die Problemstellung. Ich programmiere gerne Software, die Probleme löst, für die es praktisch noch keinen verbreiteten Lösungsweg gibt, wo man also beim Programmieren Probleme lösen muss, für deren Lösung noch keine “Handlungsanweisung” existiert, wie z. B. beim mittlerweile trivialen, weil gut erforschten Sortieren bis hin zur stumpfen Programmierung einer Benutzeroberfläche. Letzteres fiel bei uns natürlich auch an, es hat aber bei weitem nicht einen Großteil der Lösung ausgemacht.
Zum anderen war dieses Projekt das einzige, bei dem eine freie Wahl der Programmiersprache möglich war. Henning und Stephan wollten ihr SEP-Projekt unbedingt in Haskell, einer funktionalen Programmiersprache, absolvieren, und auch Oli und ich hatten durch die Indoktrination der beiden immer wieder einmal die Reize dieser Programmiersprache kennen gelernt. Und letztendlich konnten wir auch beim Institut die Überzeugung wecken, dass es in Haskell zu schaffen ist, und dass wir auch wissen, wovon wir reden 
Die anderen drei Gruppen haben das ganze zwei Mal in Java und einmal in C++ umgesetzt.
Die Aufgabenstellung
Detailliert bedeutete das Projekt für uns, dass wir ein gegebenes Protokoll umsetzen, also implementieren sollten, das speziell für die Verwendung in Ad-hoc-Netzen entwickelt wurde - also Netzwerken (in der Regel WLAN) ohne bestehende Infrastruktur, wie Access Points oder Server, und mit starken Fluktuationen in der Struktur. Gegeben war hierzu ein Internet-Draft, der verschiedene Grundprinzipien des Protokolls (Sicherheit, Wegefindung, etc.) und das Protokoll an sich, also die einzelnen Nachrichten spezifiziert.
Der Entwicklungsprozess
Der Entwicklungsprozess folgte dabei dem Wasserfall-Modell in all seinen Details. Jede der Phasen war mit einem Abgabetermin für Dokumente und/oder Code abgeschlossen, und die Ergebnisse wurden in einem Projekttreffen aller Gruppen präsentiert.
Dies hieß nun für uns, dass wir die ersten fünf bis sechs Wochen damit verbrachten, Anforderungen, Anwendungsfälle (sog. Use Cases) und Geschäftsprozesse herauszuarbeiten, die das Verhalten unserer Software beschreiben. Um diesen Anforderungen gerecht werden zu können, wurde dann eine Softwarearchitektur und schließlich die detaillierte Realisierung der einzelnen Komponenten spezifiziert. Nebenbei entstanden in unserer Gruppe auch schon die ersten Code-Schnipsel, meist Proof-of-Concepts, also kurze Prototypen einzelner Funktionalitäten.
Die Implementierung
Nach der Entwurfsphase ging es dann in die Implementierung. In dieser Phase werkelten wir oft bis spät in die Nacht an unserem Code, des öfteren jeder für sich an seinen Komponenten, manchmal auch bei Treffen unserer Gruppe alle zusammen. Es gab oft (auch hitzige) Diskussionen, entweder, wenn man sich im parallel laufenden Vorlesungsbetrieb gesehen hat, oder aber auch in unserem eigens gegründeten IRC-Channel, denn nicht nur sollte unsere Implementierung schön in jedem Aspekt werden (und nicht nur “irgendwie” hingefrickelt, dass es passt), sondern wir hatten uns auch die ein oder andere Bürde selbst auferlegt: Jedwede gespeicherte Daten im Programm sollten nicht redundant geführt werden, begonnen bei der internen Nachrichten-Struktur bis hin zu den verschiedenen Info-Modulen, die Informationen über Benutzer und das Netzwerk verwalten. Ein weiterer Punkt war, dass die Benutzeroberfläche einfach und (relativ) intuitiv zu benutzen sein sollte. Und so gab es einige Punkte, die wir haben wollten, weil wir sie für eine schöne Umsetzung für unabdingbar hielten.
Natürlich galt es bei der Implementierung neben den scheinbar für jedes Projekt symptomatischen Zeitproblemen auch das ein oder andere vorher nicht erwartete Problem zu umschiffen: So taten sich noch einige Spezifizierungsfehler im Protokoll auf, die teilweise durch eine Revision des Drafts behoben wurden, teilweise aber auch von uns einfach durch Einigung auf einen Standard mit den anderen Gruppen gelöst wurden.
Letztendlich war es dann aber doch geschafft und das Programm war fertig. So weit, so gut, doch nun ging es in ...
Die Testphase
In der Testphase wurde die geschriebene Software auf Herz und Nieren getestet. Das hieß, dass wir zum Teil einzelne Komponenten und zum Teil auch das Verhalten der Software ausführlichst auf Korrektheit überprüft haben. Hat man hierfür noch kleine Testprogramme schreiben können, oder kleine Netzwerkstrukturen selbst mit dem eigenen Programm aufgebaut, war der weitaus größere Brocken die Interoperabilitätstests. Bei diesen Tests wurde die fehlerfreie Zusammenarbeit unserer Software mit der der anderen Gruppen geprüft. Und hier taten sich die weitaus größeren Probleme auf: An der einen Stelle hat die eine Gruppe das Protokoll anders interpretiert, an der anderen Stelle waren bestimmte Vorgänge noch fehlerhaft, teilweise gab es Fehler, die bei zwei Instanzen des gleichen Programms nicht auftraten, wohl aber bei der Kommunikation mit einem anderen Programm.
Der Endspurt
Nachdem wir nach vielen, vielen Tests, aber bei weitem nicht allen möglichen auch diese Phase abgeschlossen hatten, bauten wir die finalen Versionen der Software zusammen, aktualisierten noch einmal die letzten Dinge in den Entwürfen und verfassten ein Benutzerhandbuch zur Software. Dann sollte unser Projekt “nur” noch abschließend präsentiert werden. Hierzu wurde noch ein DIN-A0-Poster erstellt, und ein Flyer gedruckt, und damit bewaffnet ging es dann auf den alljährlichen TU-Day, unser “Campus-Fest”, bei dem allerlei interessante Projekte und ähnliches vorgestellt werden, und abschließend zum “Tag der neuen Softwareentwickler”, einem Nachmittag, an dem alle am SEP teilnehmenden Gruppen im Mittelpunkt standen und die Ergebnisse der letzten drei Monate Arbeit präsentierten - zunächst nur einem universitätsinternen Publikum, später aber auch der interessierten Öffentlichkeit, wie z. B. Vertretern von IT-Firmen.
Noch mehr Informationen
Wer jetzt noch mehr wissen möchte oder einfach sich für das Programm interessiert, den lade ich herzlich auf unsere Projekt-Homepage ein. Dort gibt es neben sämtlichen Dokumenten, wie Entwürfen, Präsentationsmaterialien, etc. auch die finalen Versionen vorcompiliert und als Quellcode zum Download. Veröffentlicht wird der Code übrigens unter der GPL in Version 3. Es gibt dort bei Interesse auch einen Link zum Institut und von dort weiter zu den anderen Gruppen.
Und zuguterletzt gibt es auch noch Fotos vom “Tag der neuen Softwareentwickler” zu bestaunen.
Montag, 4. Juni 2007
Ich bekomme hier gerade wirklich zu viel: Die TU Braunschweig, die TU Braunschweig gibt sich gerade die Blöße, und zwar volle Breitseite: Im momentanen Wahn, der hier umgeht, ganz viele eigenständige Lösungen für diverse Verwaltungsaufgaben zu implementieren, kommen hier tolle “Insel-Systeme” heraus, die weder zusammenspielen noch für sich ihre Aufgabe gut erfüllen. Vielleicht dazu später auch noch einmal genaueres.
Aktuell ausgelagert ist jetzt der sog. BenutzerDatenDienst (BDD), der für die Verwaltung des eigenen Rechenzentrum-Accounts zuständig war und ist. Zuerst in die Website der Uni integriert, wird er jetzt extern betrieben.
Ich möchte mein Passwort ändern, früher war sozusagen jedes auch sonst mögliche Unix-Passwort zulässig. Jetzt denke ich gerade, ich lese nicht richtig:
Das neue Passwort muss GENAU 8 Zeichen lang sein und darf nicht mit einem “-” beginnen. Erlaubt sind nur die folgenden Zeichen:
a-z A-Z 0-9 _ + - . , : ! ? %
Genau acht Zeichen? Acht Zeichen? Ich möchte gar nicht wissen, wie schmutzig hier wieder programmiert wurde.
Aber ein Passwort, das ich auch für meine Online-Prüfungsanmeldung benutzen soll, soll nur acht Zeichen lang sein. Ich glaube es hackt. Da hat aber jemand ein ganzes Sicherheitszeitalter verpasst.
Mich als Nutzer interessiert in diesem Fall nur, dass ich für so wichtige Angelegenheiten wie meine Prüfungsanmeldungen kein so unsicheres Passwort verwenden möchte. Wie dies realisiert werden kann, bzw. welche Beschränkungen aufgelöst werden müssten, ist mir egal, es muss möglich sein.
Das witzige ist ja gerade, dass ich mein Passwort nur ändern wollte, weil dies das neue (Insel-)System zur Online-Prüfungsanmeldung nämlich so erfordert, denn ich habe ein Passwort mit mehr als acht Zeichen:
Hinweis: Kennworte mit mehr als 8 Zeichen führen bei der Anmeldung zu einem Fehler (Hilfe).
In der Hilfe dann:
Frage 2: Ist Ihr RZ-Kennwort länger als 8 Zeichen?
Es gibt ein bekanntes Problem mit Kennworten, die länger als 8 Zeichen sind. Es wird leider noch einige Zeit benötigen, bis das Gauß-IT-Zentrum dieses Problem behoben haben wird. Derzeit können Sie dieses Problem nur umgehen, wenn Sie sich ein Kennwort mit maximal 8 Zeichen geben (Benutzerdatendienst). Bitte beachten Sie, dass die Änderung erst nach der nächsten vollen Stunde wirksam wird.
Irgendetwas läuft hier gewaltigst schief, aber man darf niemandem erzählen, dass diese Systeme an einer Technischen Universität, und vor allem auch noch teilweise von Informatikern entwickelt werden. Das würde ganz schnell ein seltsames Licht auf die Uni werfen.
Ups.
Update
Ein paar Richtlinien für gute und vor allem auch sichere Passwörter kann man z. B. bei der PC-Welt oder bei SelfHTML nachlesen. Aber auch diverse Programme schlagen mittlerweile Passwortlängen von mindestens zehn Zeichen und mehr vor. Ich selbst liege meistens noch darüber. Ich selbst benutze immer diesen Generator, den ich mir nach einigen eigenen Kriterien selbst geschrieben habe. Für die ganz paranoiden gibt’s auch den Quellcode zum Einsehen.
Samstag, 5. Mai 2007
“Mutig” oder “kühn” würde es wohl am besten treffen: Am vergangenen Donnerstag fanden bei uns hier die Internen Uni-Meisterschaften im Badminton-Doppel statt - und Stephan und ich waren dabei. Antreten konnte man in den Leistungsklassen “F” (Fortgeschrittene) und “L” (Leistungskurs). Wir sind - natürlich - in “F” angetreten, im Moment trainieren wir noch bei “A” (Anfänger) mit, gefühlt sind wir dem aber schon “entwachsen”. Naja, auf jeden Fall stimmte die Motivation und los ging’s. Angetreten sind wir zu genau zwei Spielen, unsere dritten und letzten beiden Gegnerinnen zogen die Kapitulation vor unserer großartigen Spielweise *hüstel* zur Teilnahme an den Mixed-Doppel-Spielen vor. Und so blieb es dann beim 8. Platz.
Von 8 übrigens.
Aber wie immer, my dear friends: Es gibt ein nächstes Mal - bestimmt sogar ...
Samstag, 25. November 2006
Am vergangenen Donnerstag gab es die erste Vollversammlung der Studierenden dieses Semester. Hauptthema war die Information über den geplanten Boykott der Studiengebühren an der TU Braunschweig und dessen Beschluss. Und die Studenten der TU setzten ein eindeutiges Signal:
Vollversammlung der Studierendenschaft der TU Braunschweig beschließt Studiengebührenboykott
Am Vormittag (23.11.06) hat die Vollversammlung mit überwältigender Mehrheit von etwa 1000 Ja-Stimmen bei nur 6 Gegenstimmen den Studiengebührenboykott beschlossen.
In zahlreichen Wortmeldungen machten die Studierenden ihr klares “Nein” zum Bezahlstudium deutlich.
Johannes Gütschow vom AStA-Vorstand: “Mit dem Beschluss der Vollversammlung beginnt nun auch in Braunschweig die bundesweite Protestwelle für eine gebührenfreie Bildung. Wir zeigen, dass die Gesetzeslage nicht mit der hochschulpolitischen Realität vereinbar ist und werden für die Rücknahme der Gesetze kämpfen.”
AStA-Vorstandsmitglied Magdalena Totz: “Entgegen den Behauptungen der Landesregierung haben Studiengebühren zu einem drastischen Einbruch der Studierendenzahlen geführt. Allein an der TU Braunschweig sind im Vergleich zum letzten Wintersemester 900 Studierende weniger eingeschrieben. Das ist ein Beweis, dass Studiengebühren unsozial sind. Bei steigenden Abiturientenzahlen fangen prozentual immer weniger ein Studium an. Besonders stark betroffen sind ausländische Studierende und solche aus einkommensschwachen Familien.”
Nachdem die Landesregierung 69,6 Millionen Euro an den niedersächsischen Hochschulen gekürzt hat, sollen die Studierenden den Mangel aus eigener Tasche beheben.
“Die seit Jahren fortschreitende Unterfinanzierung der Hochschulen darf nicht auf dem Rücken des Einzelnen ausgetragen werden, sondern muss durch bedarfsgerechte, staatliche Finanzierung behoben werden. Ein solidarisches Steuersystem würde genug Steuermittel einbringen, um eine soziale und ausreichende Finanzierung des Bildungssystems zu gewährleisten. Gebühren für Kitas und Meisterschulungen gehören ebenso abgeschafft wie die für ein Studium. Deshalb fordern wir den freien Zugang zu Bildung und die Rücknahme des Gebührengesetzes”, sagt Johannes Gütschow vom AStA-Vorstand der TU Braunschweig.
Das Konzept des Boykotts ist einfach. Die Studierenden überweisen ihre 500,- Euro Studiengebühren auf ein anwaltlich verwaltetes Treuhandkonto der Studierendenschaft. Wenn mehr als eine Mindestbeteiligung von 25 Prozent erreicht wird, wird das Geld einbehalten und nicht an die Hochschule überwiesen. Eine Exmatrikulation von über 3000 Studierende können sich das Land Niedersachsen und die TU nach Meinung des AStA nicht leisten. Es muss eine politische Lösung gefunden werden. Hat der Boykott Erfolg, bekommen die Studierenden ihr Geld zurück.
Pressemitteilung des AstA der TU Braunschweig zu der Vollversammlung am 23.11.2006
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