Sonntag, 14. Oktober 2007
Als IFPI hat man bisher die International Federation of the Phonographic Industry verstanden. Nun ist dieser Organisation wohl aber eine Domain “abhanden” gekommen, die sogleich ein Administrator von The Pirate Bay an sich genommen hat, um dort die International Federation of Pirate Interests anzukündigen.
Der Hintergrund ist noch relativ unklar, es scheint jedoch so zu sein, dass die IFPI die Domain zuvor recht stiefmütterlich behandelt hat und so eine Erneuerung verschlafen hat oder sogar verschlafen wollte. Die Übernahme durch The Pirate Bay geschah dann korrekt und rechtmäßig.
Auch wenn die Übernahme an sich unspektakulär sein mag, so ist der Symbolgehalt ungleich größer, zumal die “echte IFPI” viele andere Top-Level-Domains hält, wie ifpi.org, ifpi.de, ifpi.at und ifpi.ch.
Samstag, 6. Oktober 2007
Zu früh gefreut hatte man sich, oder zumindest ich mich, als Anfang der Woche bekannt wurde, dass die erste Filesharing-Klage der Musikindustrie vor einem Schwurgericht verhandelt wird. Denn glaubte man Prozessbeobachtern und fachnahen Medien wollte die amerikanische RIAA eine tatsächliche Verhandlung ihrer Abmahnungen tunlichst vermeiden – dies las man aus vielen verschiedenen defensiven Handlungen heraus.
Und auch der interessierte Beobachter aus Übersee hoffte auf einen gehörigen Dämpfer für die Musikindustrie, traute er einer Jury doch zu, dass sie die Schwächen der Beweisführung seitens der RIAA, die nicht ganz unumstrittene Auslegung der Rechtslage und letztendlich auch die Abstrusität dieser Massenklagen gegen ganz normale Bürger für etwas, das bestimmt eine nicht zu unterschätzende Mehrheit derselben ebenfalls betreibt, erkennt.
Doch wie so oft, kam es anders: Nicht nur wurde die Beklagte bedenkenlos schuldig gesprochen, sondern das Strafmaß wurde zusätzlich noch auf 220.000 Dollar für 24 zum Tausch angebotene Lieder festgesetzt. Das ist zwar noch weit unter dem Höchstmaß, das hätte verhängt werden können, dennoch ist dies für die 30-jährige alleinstehende Mutter nicht einmal eben aus der Portokasse bezahlt. Es riecht förmlich nach Exempel.
Und wieder stirbt ein Fünkchen Hoffnung, dass die Musikindustrie, da sie nicht selbstständig dazu in der Lage scheint, durch äußere Einwirkungen, Misserfolge, etc. endlich einmal dazu genötigt wird, über andere Vertriebs- und Urheberrechtsmodelle nachzudenken.
Mittwoch, 15. August 2007
Vor einigen Monden wurde schon die Identität der neuen Sängerin von Nightwish enthüllt, Anette Olzon, und für so manchen Fan kam es überraschend: Bewusst wurde (wie offenbar vorher auch schon angedeutet worden war) auf eine Sängerin mit klassischer Ausbildung verzichtet, das neue Nightwish solle anders werden. Nachdem dann die erste Single “Eva” veröffentlicht wurde, wurden die Auswirkungen dieser Entscheidung zum ersten Mal ganz praktisch deutlich: Klarer konnte die Verabschiedung vom “alten Stil” fast nicht ausfallen, die Stimme klingt weniger stark, viele empfanden sie “poppiger”. War “Eva” noch eine Ballade, kann man nun, nachdem das Video zu der nächsten Single “Amaranth” veröffentlicht wurde, sich auch ein Bild von den metal-lastigeren Songs des kommenden Albums “Dark Passion Play” machen. Und auch hier hat sich der Charakter der Musik – natürlich – verändert.
Für mich persönlich muss ich sagen – stand ich zuanfangs dem neuen Stil noch sehr skeptisch gegenüber – dass mir die “neue” Band Nightwish doch recht gut gefällt: Hat man aus seinem Kopf erst einmal die Vorstellung entfernt, die neuen Liedern mit den alten vergleichen zu können und auch zu müssen, kann man sich, wie ich finde, gut auf die Musik einlassen, und ihr auch einiges abgewinnen. So höre ich mittlerweile “Eva” und auch “Amaranth” recht gerne. Wie stark meine Sympathie sein wird, hängt noch sehr stark von dem gesamten Album dann ab – wenn ich das gehört habe, wird sich entscheiden, ob ich die neuen Lieder von Nightwish weiter hören werde, oder auch nicht.
Ein Punkt, von dem ich jedoch raten würde, Abstand zu nehmen, ist die angekündigte Neuinterpretation alter Lieder mit der neuen Sängerin: In diesem Interview mit Tuomas und Anette, das ein wenig auf die Trennung von Tarja und die Findung von Anette als neue Sängerin von Nightwish eingeht, singt Anette am Ende ein paar Zeilen aus dem Lied “Higher than Hope” aus dem Album “Once”. Dies ist aufgrund der Hintergrundgeschichte ein mit sehr viel Emotionen verknüpftes Lied, dass auch von Tarja unglaublich emotional gesungen wurde. Die Zeilen, die Anette in dem Interview singt, sind – gelinde gesagt – schief und Emotionen springen da auch nicht rüber. Ja, ich weiß, a capella und so, aber dann wagt man sich nicht an solch ein Lied heran. Im Moment denke ich, dass die Neuinterpretation alter Lieder das einzige sein wird, das mich ernsthaft stören könnte. Mit dem neuen Stil hab ich mich aber zumindest schon angefreundet.
Sonntag, 1. April 2007
... für dieses Jahr steht fest. Ja, noch kann man eigentlich nicht von Sommer sprechen. Draußen gab’s jetzt die erste Woche am Stück Sonne, dazu frühlingshafte Temperaturen. Der Frühling ist da, das kann man schon eher sagen. Trotzdem ist “Summer Wine” von Ville Valo und Natalia Avalon mein erster Sommerhit.
Der Song ist übrigens der Titelsong zu dem Film “Das wilde Leben”, der zum Beispiel im Februar hier in Braunschweig lief. Den habe ich damals glatt übersehen, bzw. gar nicht wahrgenommen, hört sich aber gut an. Mal schauen, wann er in die Videotheken kommt.
Freitag, 18. August 2006
Ich hab heute ganz unerwartet Post bekommen und mich riesig darüber gefreut: In meiner letzten Musik-Empfehlung habe ich Lunatica empfohlen. Mir selbst gefällt die Musik so gut, dass ich an der Pre Order für das neue Album Edge Of Infinity teilgenommen habe. Das hieß, dass man die neue CD für etwas mehr Geld vorbestellt und gleichzeitig mit dem zusätzlichen Betrag Lunatica unterstützt hat. Eine feine Sache. Und heute kam sie dann endlich an, mit zwei Boni, aber seht selbst:
Neben der neuen CD auch ein “Official Lunatica Supporter”-T-Shirt (in das ich noch reinwachsen muss, ist XL ) und eine VIP-Karte für die CD-Release-Party. Einziger Wermutstropfen dabei: diese ist erstens an meinem Geburtstag (für mich persönlich wär das sogar genial, nicht aber für die ... gesellschaftlichen Erwartungen an mich an diesem Tag) und zweitens dürfte sich die Anreise sehr ... kostspielig gestalten:
Naja, es hat wohl, wie so vieles in letzter Zeit, nicht sollen sein.
Ein kleines Trostpflaster ist da die namentliche Erwähnung auf der Website und im Booklet der CD *freu*:
So, und jetzt entschuldigt mich, ich habe eine CD zu hören 
Sonntag, 28. Mai 2006
Lang ist’s her, dafür nun aber mit um so mehr Empfehlungen der nächste Teil:
- Edenbridge Hier kenne ich bisweilen die Alben A Livetime In Eden (Live-CD), Aphelion, Arcana und Shine. Edenbridge ist eine Gothic-Band aus Österreich, die sehr melodischen Metal, oft in Richtung Balladen, machen. Anspieltipps: Suspiria, The Canterville Prophecy, The Canterville Ghost, Centennial Legend und October Sky.
- Lunatica Eine eher unbekannte Band aus der Schweiz, mit bis jetzt zwei Alben, Atlantis und Fables & Dreams, wovon mir besonders letzteres gefällt, Lunatica haben sich nach dem ersteren meiner Meinung nach sehr gut weiterentwickelt. Anspieltipps: Avalon, Elements, The Spell und Hymn. Und eigentlich alle anderen von Fables & Dreams.
- Schandmaul - Mit Leib und Seele Das aktuelle Album von Schandmaul. Wieder einmal ein Meisterwerk, Anspieltipps: Vor der Schlacht, Mitgift, Das Mädchen und der Tod und Der Poet.
- Sirenia - An Elixir For Existance Nachdem ich zu Weihnachten schon At Sixes And Sevens bekommen hatte, nun das zweite Album der norwegischen Band. Neben Nightwish haben aktuell auch Sirenia nach einer neuen Sängerin gesucht, und sie auch gefunden, es bleibt abzuwarten, wie die “neue” Musik gefällt. Dieses Album ist auf jeden Fall komplett ein Anspieltipp.
Nun eine ganze Reihe von Bands, die ich kürzlich für mich entdeckt habe und deren Musik ich gerade höre und einfach nur genial finde:
- Darkwell Hier habe ich die Alben Conflict Of Interest, Metatron und Suspiria. Unbedingt empfehlenswert!
- Draconian Hier habe ich die Alben Arcane Rain Fell und Where Lovers Mourn. Etwas düsterer Metal, mit (überwiegend) dunklen Männerstimmen, aber ebenfalls sehr zu empfehlen, für z. B. diejenigen, die schon Sirenia mögen.
- Elis Von Elis kenne ich jetzt Dark Clouds In A Perfect Sky und God’s Silence, Devil’s Temptation. Metal mit mittlerem bis hohen Frauengesang. Teilweise auch deutsche Lieder.
- Midnattsol (Bisher einziges) Album Where Twilight Dwells
- Moonspell Album Memorial
Wer sich jetzt fragt: “Woher diese viele neue Musik?” Ganz einfach, von der Napster Musik-Flatrate. *räusper* Ja, DRM, und ja, Windows *räusper*. Aber: Eine Flatrate mit der ich (solange ich Mitglied bin) Zugriff auf 1.5 Mio. Songs habe, sie anhören darf und bei der Napster To Go-Flatrate sogar auf meinen Player übertragen kann, ist - wie ich finde - ihr Geld wert und fair. Und zumindest besser als die meiner Meinung nach total überteuerten anderen Musikdownloaddienste. Da dies ein Schritt in die richtige Richtung ist, auf die ich lange gewartet habe, bin ich dabei.
Ältere Reviews:
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